Cross in Volksdorf, Noahs Rennbericht

Mein Cousin ist drei Monate älter als ich und 1,85 Meter groß. Er hat Schuhgröße 47 und wird von allen für mindestens 15 gehalten. Bei mir ist es leider umgekehrt. In Volksdorf war es mal wieder so: Alle Streckenposten wollten mich beim Warmfahren auf die verkürzte Runde für die U13er schicken. Das ist echt mein Schicksal: Ich bin einfach sehr klein. Deshalb kamen mir die Hindernisse auf der Runde auch ungefähr hüfthoch vor. Aber der Reihe nach.

Dieses Mal dachten wir, wir hätten alles richtig gemacht mit den Startnummern – weit gefehlt. Kurz vor meinem Start fiel Papa nämlich auf, dass wir die Startnummern vertauscht hatten. Im Nummern befestigen waren wir ja schon recht geübt( siehe Rennbericht Mölln 1&2), daher bereitete uns das keine weiteren Probleme. Da die meisten Fahrer gestern beim Deutschland Cup waren, gingen in meiner Altersklasse nur 6 Fahrer an den Start. Als es los ging, kam ich erst nicht richtig ins Pedal und bin dann als vorletzter um die erste Kurve. Na ja, muss ich halt noch üben. Durch meine schlechte Position musste ich bei dem Hügel, der gleich am Anfang war, absteigen. Ich konnte mich dann aber nach kurzer Zeit auf die vierte Position vorkämpfen und habe mich ein wenig von den anderen beiden abgesetzt. Mit wenig Abstand aufeinander sind wir dann zu viert in die zweite Runde gefahren. Da hat es mich dann zum ersten Mal erwischt. Ich hatte mich verbremst und bin volle Kanne gegen einen Baumstamm geknallt. Die Kette war dann erst mal draußen und ich musste versuchen sie wieder draufzukriegen. Leider hatte sich da irgendwas verklemmt, so dass ich sehr lange brauchte. In der Zwischenzeit haben mich dann 2 Fahrer überholt, die aber keinen großen Vorsprung rausholen konnten. In der gleichen Runde habe ich mich sogar noch mal hingelegt, was aber nicht wirklich schlimm war. In der dritten Runde hatte ich die beiden fast wieder eingeholt- und fiel noch mal hin. Ich konnte schnell wieder auf den Sattel, aber mein rechtes Bein tat weh. Mit einer riesigen Wut im Bauch hab ich beide Fahrer eingeholt, gegen Mitte der Runde lag ich dann auf vierter Position. Ich beendete das Rennen dann als 4.. Da geht noch was. Ich find’s ja auch nicht so toll, wenn man 3 von 4 Rennen verkackt verhaut und insgesamt 7 mal stürzt. Nachdem ich ins Ziel kam hab‘ ich mich erst mal frustriert mit einem Kinderpunsch und dem besten Käsekuchen(War unser Kuchen) der Welt ins Auto gesetzt. Nach etwa einer Stunde ist Papa dann auf die Rolle gegangen und ist erst einmal seine Intervalle gefahren. Ich hab‘ mich in der Zeit erst einmal ins Auto gesetzt und habe auf seinem Handy gedaddelt hab mich daneben gestellt und ihm jeden Wunsch von den Augen abgelesen und ihn bei seinen Einheiten angefeuert. Nach dem er wie immer 3 mal pinkeln gegangen war, musste Papa auch schon an den Start. Ich wollte wieder Fotos von ihm machen und bin direkt nach dem Startpfiff an die Strecke gegangen. Am Anfang war Papa noch sehr weit vorne, fiel dann aber immer mehr zurück. Er konnte sich aber konstant auf dem 15. oder 16. Platz halten und konnte sogar einige seiner Verfolger abschütteln. Irgendwann ist er aber in einer Kurve weggerutscht und hingeknallt. Es ist ihm nichts passiert, doch Papa hatte wieder einen Fahrer an den Fersen. Einmal, als er an mir vorbeikam, hat Papa gerufen „Ach Mann, mir liegt das einfach nicht, verdammt.“ Immer solche lächerlichen Ausreden. Wenn der beim Rennen sogar noch sprechen kann, dann strengt er sich nicht richtig an. Und immer solls an dem schweren Rad liegen. Schon klar. Ich konnte ihn leider nicht so oft sehen, da die Strecke sehr groß war, habe mich aber trotzdem bemüht, ihn  anzufeuern. Ich habe immer gerufen „Die kriegst du alle noch, los, los, los!!!“ oder so was. Na ja, so war es dann nicht aber irgendwas muss man ja sagen. In der letzen Runde bin ich dann in den Start/Ziel Bereich gegangen um mir den Sprint anzugucken. Einer nach dem andern rollte erschöpft über den Zielstrich, dann kam Papa, sein Konkurennt war dicht hinter ihm. Bis fünfzig Meter vor dem Zielstrich war er noch vorne. Dann wurde Papa leider auf den letzten Metern überholt und verpasste den 15. Platz um etwas mehr als 10 Zentimeter. Später sagte er mir, er dachte, der erste Strich (der für den Start) wäre der Zielstrich gewesen. 

Nächstes Wochenende geht es nach Kiel. Hoffentlich läuft es da endlich mal wieder besser.

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