Kaltenkirchen und Norderstedt – Stevens Cup

Am letzten Wochenende standen gleich zwei Rennen auf dem Programm, was etwas fies ist, weil man dann an KEINEM Tag ausschlafen kann. Aber immerhin mussten wir nicht nach Mecklenburg-Vorpommern (so wie vor zwei Jahren, das war wirklich hart), sondern nach Kaltenkirchen und Norderstedt, das ist zum Glück nicht so weit.

Samstag sind wir um halb acht los und haben, als wir angekommen waren, erstmal unsere Räder zusammengebaut. Zum Glück war gutes Wetter. Danach ging’s auf die Rennstrecke. Eigentlich war das ja ’n ganz schöner Kurs, an einem Baggersee entlang und durch den Wald, mit ein paar tricky Passagen und einem echt steilen Berg. Aber mir lag die Strecke überhaupt nicht: Es gab ungefähr drei kleine Sandpassagen und eine in der doppelten Größe der Sahara. Die machten mir das Leben schwer. Ich kam einfach überhaupt nicht durch den tiefen Sand und die lange Gerade, die danach folgte war auch nicht das tollste, weil man nach dem Sand echt platt war. Da hab ich einfach nicht genug Kraft. Und über die Hürden kam ich auch mal wieder nicht so richtig rüber … Einen Podestplatz hatte ich eigentlich schon abgeschrieben, vor allem als ich gehört hatte, dass einige Fahrer doch tatsächlich durch dieses große Sandstück fahren. Also: FAHREN, nicht schieben. Ich ging dann recht deprimiert an den Start – und kam als zweiter durch die erste Kurve! Als ich angetreten hab – Kette ganz rechts und schön mit Druck, dachte ich mir  „Ui, jetzt läufts aber gerade richtig bei mir“ –  bis ich Ben gesehen hab (wenn der mitfährt, ist der erste Platz schon vergeben!), der scheinbar mühelos ungefähr 200 Watt mehr aufs Pedal bekommen hat als ich und schon am Ende der ersten Gerade 50 Meter Vorsprung hatte.
Na ja, und dann kamen irgendwann die ersten Hürden, an denen mich dann die meisten überholt haben, weil ich da so viel Zeit verliere. Weil ich so klein bin, muss ich das Rad immer schultern, sonst donnert es gegen das Holz, das kostet einfach Zeit. Ben SPRINGT da übrigens drüber. Durch den Sand kam ich dann aber doch ganz gut und auch der Rest war nicht wirklich ein Problem. Die nächsten Runden verliefen eigentlich immer gleich: Vor den Hürden hab ich Vorsprung herausgefahren und danach waren die anderen wieder dran. In der letzten Runde hatte ich aber Glück, denn der Fahrer, der mir dicht auf den Fersen war, ist den letzten Berg nicht gut hochgekommen, so dass ich als zweiter ins Ziel kam. Bei der Siegerehrung war ich mal wieder der Kleinste auf dem Podium, aber das kennt man ja schon.
Danach gabs noch Kinderpunsch und ne Wurst (nur deswegen mach ich den Sport ja) und natürlich die anderen Rennen, die sehr spannend waren. Ach ja, Papa wollt sich ja unbedingt auch noch mal blamieren und hatte vor, im Lizenzrennen zu starten, das ungefähr zwei Stunden nach meinem Rennen stattfand. Letztes Mal in Mölln lief es ja recht gut für ihn und er war auch sehr zufrieden und super-motiviert aber dann stand er in Kaltenkirchen am Start und klagte über Rückenschmerzen und seine verdammte Linkes-Bein-Schwäche. Wahrscheinlich ne Erkältung im Anmarsch (kein Wunder wenn man auch immer darauf besteht, bei solchen Temperaturen Kurz-Kurz zu fahren). Na ja, das Rennen war dann ziemlich schnell vorbei für ihn, nach der ersten Runde tat das Bein so doll weh, dass Papa aussteigen musste. Ich hab’s ihm auch abgenommen. Also, nicht das Bein, aber dass es einfach nicht mehr ging. Dann war er sehr frustriert und es ging direkt nach Hause. Also ich glaube ja, dass Papa ne Erkältung hat und deswegen solche Probleme hatte. Außerdem war der Kurs ja überhaupt nicht nach seinem Geschmack. Diese kurzen aber total harten Belastungen kann er einfach nicht.

Am nächsten Tag war dann ja noch ein Rennen und zwar in Norderstedt. Die Strecke kannte ich schon (na ja, mehr oder weniger: Das war das Rennen, bei dem ich letztes Jahr aus Versehen ins Depot abgebogen bin). Da hat alles ganz gut geklappt. Die Strecke liegt mir, glaub ich. Ich hab auch ausnahmsweise mal einen guten Start erwischt (das am Samstag war pures Glück, denke ich) und bin sogar noch eine Weile nach der ersten Linkskurve an Ben drangeblieben, der mal wieder Erster war. Aber dann war ich doch etwas übermotiviert und bin viel zu schnell in die eine Kurve gefahren, weil ich ja unbedingt dranbleiben wollte. Jedenfalls hab ich total viel Zeit verloren und alle hinter mir konnten zu mir aufschließen. Also das hätte ich echt nicht gedacht: Dass ICH mal eine KURVE zu schnell anfahre … Ganz neue Erfahrung. Auf jeden Fall hatte ich auf einmal die ganzen Leute im Nacken und irgendwann wurde ich auch überholt. Den Rest des Rennens bin ich mit Maxi, meinem Teamkollegen gefahren, der mich von hinten überholt hatte. Wir haben uns dann etwas abgesetzt und ich fand das sehr praktisch dass ich einen vor mir hatte: Erstens, weil Maxi ja weiß, wo man langfahren muss, wenn man nicht ins Depot will. Und zweitens, weil er technisch echt richtig gut geworden ist und ganz gut vorgibt, wie schnell man wo fahren kann. Auf der Schlussgeraden konnte ich ihn dann noch überholen, so dass ich am Ende wieder Zweiter wurde. Damit bin ich jetzt auch auf Platz zwei in der Gesamtwertung des Stevens-Cup.

Wir haben uns dann noch einige Rennen angeguckt, und vor allem die U17-Fahrer sind sehr beeindruckend. Falls ich es je schaffe, so locker mit dem Rad über eine Hürde zu springen wie Jasper, dann … – weiß auch nicht, fallen wahrscheinlich Weihnachten und Ostern auf einen Tag.

Papa ist übrigens nicht mitgefahren und humpelte da so rum. Aber heute auf der Rolle (wir sind 4 x 4 Minuten Intervalle gefahren) ging’s wohl wieder etwas besser, sagte er. Na ja, geschnauft hat er aber schon …

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2 comments for “Kaltenkirchen und Norderstedt – Stevens Cup

  1. Silke
    Oktober 12, 2016 at 8:24 am

    Nur deswegen mach ich den Sport ja – danke für den herzhaften Lacher am Morgen.

    Und Gratulation!

  2. Lorraine
    November 10, 2016 at 3:13 pm

    Ein SUPER Bericht
    Bitte weiter schreiben und gern mal an Ben schicken
    Wär auch was für unsere Seite
    Weiter so😉😉😉😉

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