Der Große Preis von Lübeck

Am Sonntag gab’s den „Großen Preis von Lübeck“. Der fand aber gar nicht in Lübeck statt, sondern in Mecklenburg, 20 Kilometer weiter. Macht aber nichts, weil normalerweise das Lübeck-Rennen auf so einem IKEA-Parkplatz stattfindet, was reichlich bescheuert kurvig ist, letztes Jahr bin ich da sogar mal falsch abgebogen.
Aufstehen war „Wie zur Schule“, wie Papa immer sagt, also ganz entspannt. Nach dem Frühstück mit Gewürz-Quark und diversen Tabletten (Kein Doping, nur gegen meinen Heuschnupfen!!!) stiegen wir ins Auto und fuhren in Richtung Lübeck. Die Fahrt hat glücklicherweise nur etwa eine Stunde gedauert, also waren wir schnell am Ort des Geschehens angekommen. Nach unserer Ankunft hatten wir noch reichlich Zeit, also haben Papa und ich uns bei bestem Wetter erstmal die Rennstrecke angeschaut. Ich fand den Kurs super, schön hügelig, keine gefährlichen oder sandigen Kurven, landschaftlich ein Traum (Wobei man beim Rennen ja nicht so viel davon mitkriegt), 8,4 Kilometer pro Runde, drei waren zu fahren. Eigentlich perfekt auf mich zugeschnitten! Nach dem anschließendem Warmfahren auf der Rolle ging es auch schon bald an den Start. Wir sollten uns erst einige Meter hinter der Startlinie aufstellen, bevor die Wörter kommen sollten, vor denen ich mich seit der TMP-Tour fürchte: „Vorrücken bitte“. Glücklicherweise klappte das dieses Mal für meine Verhältnisse ganz gut. Ich war zwar etwas weit außen, aber doch ganz gut positioniert. In der ersten Runde gab es zwar ein paar Attacken, aber das Feld blieb noch halbwegs zusammen. Gleich nach der ersten Zieldurchfahrt ging es dann los. Am ersten Berg machte irgendjemand vorne im Feld eine erste, heftige Attacke, wahrscheinlich Daniel oder Jasper, und das Feld begann sich zu teilen. Vorne die Guten, die die ein Jahr älter sind und hinten der jüngere Jahrgang. Ich hatte in dem Moment leider ein schlechtes Hinterrad erwischt und befand mich irgendwo dazwischen. Ich musste sehr viel Kraft aufwenden um wieder den Anschluss an die erste Gruppe zu bekommen. Zum Glück ging es erstmal eine Weile bergauf, deswegen hatte ich schon nach kurzer Zeit wieder zur Gruppe aufgeschlossen. Die zweite Gruppe hinten verlor indes richtig viel Boden, schon bald konnte man die anderen Fahrer nicht mehr sehen. Die letzten beiden Runden in der Gruppe mit den ganzen Älteren waren der Horror für mich: ständig Attacken und nie wurde mal lockergelassen. Es war sogar so anstrengend, dass ich zwischenzeitlich einmal etwas abgefallen bin und etwa zwei Kilometer alleine unterwegs war. Irgendwann bin ich aber doch noch mal rangekommen und konnte das Rennen mit der ersten Gruppe beenden – dem rest des Feldes haben wir bestimmt vier Minuten abgenommen. Ich habe sogar auf dem letztem Kilometer noch etwas gewagt und wollte ausreißen, daraus ist aber nichts geworden. Na ja, im Endeffekt habe ich nur kurz die Führungsarbeit geleistet und wurde dann wieder überholt. Allerdings bin ich etwas hinter den ersten sechs Fahrern im Ziel eingetroffen, auf dem siebten Platz, weil ich mich aus dem Sprint rausgehalten habe. Ich hätte eh keine Chance gegen irgendwelche Muskelpakete, die fast doppelt so groß sind wie ich, und dann auch noch bei einem Bergab-Sprint. Na ja, jedenfalls bin ich nach der Zieldurchfahrt fast kollabiert, weil es so anstrengend war. Ich hab meine ganze Flasche leergesoffen und bin fast mit dem Rad umgekippt. Noch dazu hab ich vor Anstrengung gezittert wie der Zitteraal aus Banana-Kong. Nach dem gemeinsamen Ausfahren mit Jasper, der übrigens einen ganz tollen dritten Platz eingefahren hat und Hannes, der sechster wurde, gab es noch Rhabarberkuchen und gleich noch eine Trinkflasche mit Wasser, die ich in einem übermäßigen Durstanfall gleich auch ausgetrunken habe. Dann gings auch schon zurück nach Hause. Papa fragte mich dann auf dem Heimweg: „Hat das Rennen eigentlich Spaß gemacht, Noah?“. Meine Antwort: „Na ja, vor allem im Nachhinein. Das Rennen selbst war für mich das härteste, das ich je gefahren bin.“

 

Fotos: erste Runde, das Feld ist noch halbwegs beisammen. Darunter: Nach dem Rennen brauchte ich eine Abkühlung.

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