Mallorca, Tag 5: Kap Formentor

Heute morgen hat Papa beim Frühsport das Laufen geschwänzt. Und schon gestern hat er gegen Ende so getan, als ob seine Schnürsenkel offen waren und diesen ungünstigen Umstand zum Verschnaufen genutzt. Ich habe es genau gesehen.

Früh morgens wurden wir am Strand nass geregnet. Dabei hatte eigentlich die Sonne scheinen sollen. Wir waren deshalb alle erst etwas griesgrämig, sind aber natürlich nach dem Frühstück trotzdem Rad gefahren – und ab 11 Uhr hörte der Regen auch auf, später kam sogar die Sonne raus, so dass wir sogar die Beinlinge ausziehen konnten.

Wir U15er – Jasper, Daniel, Hannes und ich – sind mit Papa zum Kap Formentor gefahren, gut 70 Kilometer gesamt.

Die ersten 15 Kilometer bis Port Pollenca waren, weil es gerade erst aufgehört hatte, zu regnen, immer noch sehr nass und vor allem windig, so dass bei mir die Gefahr drohte, einfach weggeweht zu werden. Ich konnte mich ehrlich gesagt nur mit Mühe in meiner Linie halten und musste mich volle Kraft gegen den Seitenwind lehnen. Na ja, ein paar Mal hat’s mich dann schon erwischt und ich wurde vom Radweg gute zwei Meter auf die Straße versetzt. Jedenfalls sind wir nach etwa 40 Minuten heil am Fuß des ersten Anstiegs angekommen und das Feuer wurde eröffnet. Schlau wie er ist hat sich Papa gleich am Anfang verschaltet und seine Kette ist runter gesprungen und hat sich verklemmt. Dadurch hat er natürlich Meter auf uns verloren und wir waren schon über alle Berge. Ich hatte den Anstieg eigentlich viel kürzer in Erinnerung als er wirklich war, und deswegen habe ich schon nach etwa einem Drittel der Strecke attackiert. Na ja, sehr weit gekommen bin ich nicht, ich hatte schon bald Jasper und Daniel wieder am Hinterrad kleben aber wenigstens hatten wir den Alten abgehängt. Ich probierte es noch zwei Mal, jedoch immer noch viel zu früh. Kurz vor Schluss kam Jasper dann genau im richtigen Moment weg und ich konnte auf den letzten Metern nicht mithalten. Na ja, jetzt weiß ich immerhin, dass ich taktisch noch einiges zu lernen habe.

Bis zum Leuchtturm kamen noch einige Steigungen und Abfahrten und ein fieser Tunnel, in dem man quasi blind war. Oben angekommen, haben wir erstmal den Proviant geplündert. Die Ziegen, die durch das Essen angelockt wurden, haben übrigens (fast) nichts bekommen, nur ein paar Krümel von Hannes. Nach einer Weile ging es dann wieder zurück, die meiste Strecke ging sowieso bergab und war nicht anstrengend. Aber der Gegenanstieg von der ersten Steigung, der musste noch ausgefahren werden, hat zumindest Papa gesagt. Ich war eigentlich schon sehr kaputt und hatte überhaupt keine Lust, mich noch einmal anzustrengen. Den anderen ging es wohl ähnlich und sie entschieden erstmal, locker da hoch zu fahren und sich zu unterhalten. Jedenfalls hatte Papa MIR eingeredet, dass ich mich unbedingt noch einmal anstrengen sollte und so. Mir blieb keine andere Wahl, also hab ich’s halt gemacht. Papa und ich haben also ein bisschen Gas gegeben und schon nach 500 Metern( okay, ich hatte ein wenig beschleunigt) hat er grundlos gesagt: „Fahr du nur, das wird mir hier zu anstrengend“ und hat abreißen lassen. Also bin ich gefahren, es waren eh nur noch knappe zwei Kilometer bis zur Kuppe. Nach einer Weile schaute ich nach hinten: Papa war offenbar von Jasper überholt worden, der jetzt volle Kanne von hinten auffuhr. Zum Glück konnte ich meinen Vorsprung bis oben halten. Ach so: Die Landschaft war übrigens SUPER.

Die letzten 20 Kilometer waren eher unspektakulär, es ging nur über Schnell- und Landstraßen zurück zum Hotel, mit Rückenwind und ordentlich Speed.

Das Stabi-Training ist heute zum Glück ausgefallen, weil die Großen erst so spät kamen – die haben heute richtig viele Kilometer gemacht.

Jetzt liege ich im Bett, bis eben war im Hotel eine wahnsinnig laute Disco und ich konnte nicht schlafen. Ich werde mich also jetzt noch kurz um Banana Kong kümmern. Hoffentlich sehe ich die Zitteraale heute.

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