Großer Preis von Volksdorf

Wir sind ja gerade aus unserem Urlaub in den Pyrenäen zurückgekommen, und der war radfahrtechnisch, na ja… ein bisschen durchwachsen. Es lief an manchen Tagen recht gut (ich hab Papa am Tourmalet 6:00 Minuten abgenommen, ok, was heißt das bei Papa schon?), aber irgendwie war ich die ganze Zeit über nicht richtig in Form, und an manchen Tagen hatte ich geradezu Blei in den Beinen. Ganz komisch. Deswegen hatte ich heute, als es dann zum Volksdorf-Rennen ging, auch nicht so hohe Erwartungen an mich (und ehrlich gesagt auch nicht die allergrößte Lust, es hat nämlich früh morgens in Strömen geregnet). Ich hab mich dann trotzdem mit Papa auf den Weg gemacht und als wir an der Rennstrecke waren, war der Regen auch schon wieder weg. Die Straße war zwar noch nass aber es ließ sich trotzdem ganz gut fahren. War also ne gute Entscheidung, doch herzukommen. Beim Warmfahren hab ich dann sogar gemerkt, dass ich richtig gute Beine hatte, aber als Papa mich danach fragte: „Na, wie fühlen sich die Beine heute an?“, hab ich wie fast immer (ich bin leidenschaftlicher Tiefstapler) geantwortet: „Joooaaaahh, geeeeht sooo“(Ich bin da nicht so präzise). Auf jeden Fall konnte ich das Warmfahrprogramm locker absolvieren, sodass wir den weniger schönen Teil von dem, was Papa unter „Rennvorbereitung“ versteht, noch erledigen konnten: Das Beine-Massieren inklusive nagelneuem Startöl, dass Papa zu seinem Geburtstag bekommen hat. Ich bin nämlich irre kitzelig und wenn einer schon meine Oberschenkel leicht zusammenknetet, muss ich schon laut lachen. Papa scheint das aber sehr zu genießen, deswegen knetet der bei mir nicht, sondern zerquetscht einem die Oberschenkel, sodass man Angst haben muss, am Ende mit ein paar Knochenbrüchen in der Notaufnahme zu landen. Also ich weiß echt nicht, wie manche Leute das mögen können… Ich hab’s immerhin überlebt und bin dann mit Papa zur Startaufstellung gegangen. Bald ging es auch schon los. Wir U-15er sind allerdings mit den Mädchen und der U-17 zusammen gefahren, was natürlich im Rennen für Chaos sorgen kann, wenn es beim Überrunden unübersichtlich wird. Nach dem Start wurde erstmal relativ langsam gefahren, aber dann ging ein 2002-er-Fahrer aus unserer Gruppe weg, und konnte sogar zu den U-17ern aufschließen. Wir dahinter sind dann erstmal langsam gefahren, nachdem es ein paar vergebliche Versuche gab, den Ausreißer wiedereinzuholen. Als die U 17 uns dann das erste mal überrundet hat, hab ich dann versucht, an den Großen dranzubleiben, aber das war mir echt zu schnell. Also hab ich auf den Sprint gewartet, bei dem ich ja eigentlich sehr gute Chancen hatte (die Zielgerade ging leicht bergauf, perfekt für mich, im letzten Jahr konnte ich in der U13 sogar gewinnen). In der letzten Kurve war ich dann super positioniert, ich war dritter und hab auf der Zielgeraden gemerkt, dass die beiden Fahrer vor mir schon langsamer wurden. Ich wollte gerade zum Sprint antreten, da bin ich auf einmal mit beiden Schuhen vom Pedal abgerutscht und saß plötzlich auf dem Oberrohr. Die ganze Gruppe war dann an mir vorbei und das Podest war Futsch. Dann hab ich mich natürlich erstmal richtig geärgert, ich glaube, wenn ich das Problem nicht gehabt hätte, dann wär ich jetzt mindestens dritter, wenn nicht sogar zweiter. Zuhause haben wir dann geguckt, woran das lag, dass ich mich unabsichtlich aus dem Pedal ausgeklickt habe. Und beim Inspizieren meiner Schuhplatten, haben wir das Problem gefunden: Die Dinger sehen aus, als ob irgendein Hund daranrumgeknabbert hat. Das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass der vordere Teil der Platte vollig abgelaufen ist (ich bin irgendwie immer auf den Zehenspitzen damitrumgelaufen, obwohl man ja auf den Fersen gehen soll. Aber man vergisst halt manchmal, dass man nicht normal laufen darf). Da wo im Neuzustand (oder bei Papa, der richtig laufen kann) eine Lasche zum Einhaken ins Pedal ist, sind bei mir nur noch ein paar Fetzen übriggeblieben. So ein Mist. Ich ärgere mich total. Aber immerhin hat die Form mal wieder gestimmt.

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